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Der Blick von außen ist oft unangenehm. Aber er lohnt sich.

Ein Beitrag von Dr. Lukas Blase, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie

Vor einem Jahr habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und eine Praxis für Kieferorthopädie übernommen. Nun möchte ich ein erstes Resümee ziehen.

Die Übernahme war für mich verbunden mit langer Vorbereitung. Während der Planung des Umzugs in neue Räume und Umbau derselben musste ich mich durchringen zu Entscheidungen, die die Praxis ganz neugestalten sollten: Corporate Design, Webseite, ein neues Röntgen- und Abrechnungsprogramm und zu guter Letzt die Verknüpfung dessen mit iie-systems. Das bestehende Praxisteam, das mich gerade erst kennenlernte, war verunsichert und ängstlich.

Trotz intensiver Vorbereitung muss ich zugeben, dass ich mich zu Anfang in der neuen Rolle als Praxisinhaber mit all den damit verbundenen Pflichten und der Verantwortung teilweise überfordert gefühlt habe. Die Gedanken kreisen permanent um Dinge, die man noch erledigen muss und tun sollte. Ich korrigierte laufend meine To-Do-Liste nach absteigender Priorität und versuchte, einen Schritt nach dem anderen zu nehmen. „24 hours is not enough.“

Rund drei Monate nach der Praxisübernahme besuchte mich der Kollege Michael Visse. Ich war bis dahin der Meinung, dass ich mit dem, was ich von iie-Systems nutzte, schon recht weit vorne lag. Michael Visse konfrontierte mich jedoch mit der unangenehmen Tatsache, dass ich das gesamte Potenzial, was iie bietet, noch längst nicht ausschöpfe und noch viel mehr möglich sei.

Muss das wirklich sein? fragte ich mich. Ich war froh, dass die Dinge soweit wie geplant erstmal geklappt hatten ohne dass es auf Seiten des Teams und des Patientenstamms Verluste zu verzeichnen gab. Ein anderes Denken zuzulassen ist anstrengend und wir versuchen in aller Regel, das möglichst zu vermeiden. Der Kollege Visse beschrieb mir das als „System 1“: Wir vermeiden kognitive Anstrengungen, da sich die bisherigen Abläufe ja schließlich bewährt haben und uns Sicherheit geben.

Jede Kleinigkeit, die man ändert, bedeutet im Vorfeld eine Überwindung und tut weh, da man dazu seine Komfortzone verlassen muss. („System 2“).

Dennoch habe ich mich mit der Kritik befasst und wollte selbst erfahren, was noch möglich ist mit iie. Es lohnt sich, ein Urteil von außen und eine andere Perspektive zuzulassen, also bereit zu sein, sich selbst hinterfragen zu lassen.

Ich möchte das an einem Beispiel erläutern: Mit der Praxisübernahme hatte ich auch eine neue Fotokamera angeschafft. Diese sollte laut Hersteller extrem einfach zu bedienen sein und die Fotodokumentation erleichtern. Genau das Gegenteil war jedoch der Fall. Mein Team und ich sind schier verzweifelt an der schlechten Qualität der Bilder. Sie waren nicht geeignet zur Dokumentation, geschweige denn, sie Patienten zu zeigen.

Als mich Michael Visse dann in der Praxis besuchte konnte er seinen Augen kaum trauen. Ihm war das Gerät und die damit verbundenen Probleme bekannt. Er riet mir dringend eine neue Kamera zu kaufen und das iie-systems-Tool „Images“ zu nutzen. Darüber hinaus empfahl er mir die Teilnahme an einem von iie veranstalteten und vom Profi-Fotograten Michael Helweg geleiteten Workshop zum Thema Patientenfotografie.

Ich muss zugeben, dass ich den Nutzen der Funktion „Images“ bis dato gar nicht wirklich verstanden hatte. Und: Durfte ich dem Team schon wieder etwas Neues zumuten…? (System 1!)

Ich habe den Ratschlag dennoch angenommen, in eine neue Kamera investiert und habe auch den Workshop zusammen mit einer Mitarbeiterin besucht. Um es vorweg zu nehmen: Diese Entscheidungen haben sich wirklich gelohnt!

Mit einem positiven Feedback der Patienten hatte ich schon gerechnet. Aber derartige Resonanzen zu bekommen, überraschte mich wirklich.

Natürlich kann man alles so belassen wie es ist. Man kann die Patientenberatung auf fach-chinesisch weiterführen, wie man es im Studium gelernt hat und die Fotos ausschließlich zur Dokumentation nutzen. Dem Patienten nützt das allerdings gar nichts und das rächt sich über kurz oder lang. Davon bin ich heute überzeugt.

Meiner Erfahrung nach lohnt es sich tatsächlich neues Denken zuzulassen und die Patientenbrille aufzusetzen. Mir fiel und fällt das immer noch sehr schwer. Allerdings konnte ich sehr positive Erfahrungen machen und höre gerne wieder zu, wenn jemand seine Perspektive mit mir teilen möchte.

Die eigene Komfortzone zu verlassen mag auf den ersten Blick mit kraftzehrendem und auch finanziellem Aufwand verbunden sein. Aber im Ergebnis zeigt sich klar, dass der einfache Weg eben nicht immer der beste ist.

Darüber hinaus ist mir klar, dass wir im Praxisalltag immer noch nicht das gesamte Potenzial von iie-Systems ausschöpfen. Da ist noch viel mehr drin, was wir bislang noch nicht richtig nutzen.

Selbst meine Mitarbeiterinnen freuen sich nun über Neuerungen und sind gespannt. Gerade diejenigen, die mir vor einem Jahr angedeutet haben die Praxis verlassen zu wollen, wenn ich all diese Innovationen einführe, sind heute absolut überzeugt und wollen mitgestalten. Das bestätigt mich in meinen Entscheidungen und motiviert mich, auch weiterhin Anrufe von Michael Visse entgegenzunehmen. 😉

 

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