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Kreatives Element der Kritik erkennen und annehmen

Für meinen letzten Blogbeitrag „Kritik besser verstehen“ habe ich einiges an Feedback bekommen, für das ich mich herzlich bedanken möchte.

Mit meinem heutigen Artikel möchte ich ein wenig dazu beitragen, Gefühle, die sich bei Kritik einstellen, besser interpretieren und verstehen zu können.

Die Fähigkeit, Kritik anzunehmen und damit umgehen zu können, ist für viele von uns ein schwieriges Unterfangen.

Bei wenigen löst konstruktive Kritik ein beglückendes Gefühl aus.

Bei den meisten allerdings stellt sich als Reaktion ein unangenehmes Gefühl ein, was dazu führt, dass Kritik konsequent abgelehnt wird.

Sowohl das angenehme wie das unangenehme Gefühl entstammen unserem Limbic System, was bedeutet, dass wir sie nicht kontrollieren können.

Das Entscheidende ist unsere Art zu denken und uns zu fragen: Welche Art der Wirklichkeit erkenne ich?

Erlauben Sie sich bei gut gemeinter Kritik unbedingt die Möglichkeit des Verstehens. Denn es könnte eine wertvolle Empfehlung dahinterstecken.

Meine Empfehlung: Verspüren Sie bei Kritik ein unangenehmes Gefühl, schenken Sie dieser Kritik unbedingt neue Aufmerksamkeit. Ratsam ist dafür ein Perspektivenwechsel.

Wir alle sollten bestimmte Dinge wie Patientenberatung, Terminmanagement, telefonische Erreichbarkeit etc. aus der Sicht des Kunden, also des Patienten, betrachten.

Und eben hier gebe ich Kolleginnen und Kollegen häufig Empfehlungen, die dann aber leider nicht selten wie ein Tadel oder eine Zurechtweisung empfunden werden und daher ein schlechtes Gefühl hinterlassen.

Sollten Sie meine Empfehlung so empfinden, so ist das keineswegs meine Absicht und tut mir leid. Bitte hinterfragen Sie jedoch auch selbstreflektierend einmal meine Motivation.

Wenn ich konstruktive Kritik anbringe, tue ich das mit dem Ziel, mein Gegenüber zu unterstützen und zu fördern, ihm also die Chance geben, sich weiterentwickeln zu können. Hierzu ein Beispiel:

Wer keine Online-Termine anbietet, tut dies auf eigene Gefahr.!

Ich weiß, dass es Selbstreflexion benötigt, sich eigene Versäumnisse oder sogar Fehler einzugestehen.

Wie schon erwähnt: Für mich ist es keineswegs eine neue Erfahrung, dass meine Vorschläge zur Optimierung und Weiterentwicklung der digitalen Patientenkommunikation bei meinen Gesprächspartnern ganz anders ankommen, ganz anders wahrgenommen werden, als sie gemeint sind.

Meine Intention ist es immer, durch meine Kritik zu einer Verbesserung beizutragen.

Ich freue mich über jeden Einzelnen, der von solchen Verbesserungen profitiert. Von einem Großteil der Kolleginnen und Kollegen wird dies jedoch so bedauerlicherweise nicht erkannt.

Eine Erklärung könnten die mit Kritik einhergehenden Reaktionen des limbischen Systems sein, die – wie anfangs schon erwähnt – nicht steuerbar sind.

Die Kritik-assoziierten negativen Emotionen spielen hier eine entscheidende Rolle.

Für die allermeisten von uns wirkt Kritik bedrohlich. Man fühlt sich bloßgestellt und fürchtet, sein Gesicht zu verlieren. Kritik wird als persönlicher Angriff empfunden. Solche Gefühle sind destruktiv, initiieren in aller Regel automatisch Ablehnung und führen somit in eine Sackgasse.

Wichtig ist es jedoch, das kreative Element der Kritik zu verstehen.

Kritik ist oftmals extrem wertvoll und besitzt das Potenzial für Veränderungen und Erneuerungen. Diese Tatsache sollten wir unbedingt als etwas Positives erkennen.

Weiterentwicklung ist nur durch Veränderung und Erneuerung möglich. Kritik ist damit der eigentliche Motor für Wachstum und Erfolg!

Ich bin mir bewusst: Das zu akzeptieren fällt schwer, denn es passt häufig nicht ins eigene Weltbild. Wir glauben lieber, alles schon perfekt zu machen und möchten dafür Lob erfahren.

Und eben hier lauert die Gefahr. Es erfolgt eine zu starke Konzentration auf die Behandlung, bei der die Bedürfnisse der Patienten verkannt werden. Denn Patienten haben heute sehr viel mehr Wünsche als nur schöne und gerade Zähne.

Digitale Patientenkommunikation gehört zu den Top 3-Technologien, die jede Praxis beherrschen sollte.

Zukunftsfähigkeit ist Handlungsfähigkeit. Und dazu ist es notwendig, dass wir nicht die aktuelle positive Situation überschätzen und dabei die Vielzahl neuer Möglichkeiten durch digitale Patientenkommunikation unterschätzen.

Alles Neue von vornherein abzulehnen bedeutet, dauerhaft im Status Quo zu verbleiben und über kurz oder lang den Anschluss zu verpassen. Und genau das ist es, was ich Kolleginnen und Kollegen so gerne ersparen möchte. Und genau darum übe ich Kritik.

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