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Neue Datenschutzgrundverordnung- Eine Risikoeinschätzung

Oftmals handeln wir nicht rational, sondern vielmehr emotional. Diese Tatsache hat bedeutende Konsequenzen für unseren Blick auf die Welt und damit für unser eigenes persönliches Erleben.

Zurzeit erkenne ich eine ganz erhebliche Verunsicherung in zahlreichen Praxen, ausgelöst durch die Europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die am 25. Mai 2018 in Kraft trat.

Dieses Ereignis hat viele Kolleginnen und Kollegen verunsichert und damit die Risikoeinschätzung in Bezug auf den Datenschutz in der eigenen Praxis signifikant verändert.

Meine persönliche Meinung zu dieser Thematik möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

Meiner Ansicht nach wird die Einschätzung der Risiken durch die aktuelle Medienberichterstattung eindeutig verzerrt. Einer solchen Berichterstattung können wir uns nicht entziehen und werden dadurch unbewusst beeinflusst. Datenschutz ist plötzlich allgegenwärtig und nimmt so automatisch Einfluss auf die Risikobeurteilung in unseren Praxen.

Die aktuellen Pressemeldungen sehe ich exemplarisch als eine sich selbst tragende Kette von negativen gefährlichen Ereignissen. Befeuert wird das Ganze noch mit erschreckenden Vorstellungen von Strafen, die 4 % vom Umsatz betragen können. Solche Sanktionen sind in unserem Gehirn sehr leicht abrufbar. Sie verstärken automatisch die Furcht und die Unsicherheit in den Praxen.

Diese emotionale Reaktion ist für Betroffene real. Sie verändert die Priorität der Zuweisung von Aufmerksamkeit.

Damit wird Datenschutz aktuell zum Thema Nummer 1 in den Praxen.

Die Hysterie im Zusammenhang mit der DSGVO verdeutlicht eine grundlegende Begrenzung der Fähigkeit unseres Geistes, kleine Risiken angemessen und richtig zu bewerten.

„Entweder wir ignorieren kleine Risiken ganz und gar oder wir überschätzen sie maßlos – dazwischen gibt es nichts.“ (Kahnemann: Schnelles Denken, langsames Denken, S. 181)

Für unser Gehirn ist das Ausmaß des Schadens (4 % vom Umsatz) im Hinblick auf die Risikobewertung größer als die tatsächliche Schadenswahrscheinlichkeit.

Wie oben erwähnt wird die individuelle Risikobewertung derzeit durch die mediale Berichterstattung geprägt und verzerrt dabei ganz erheblich die reale Gefahr.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Datenschutz ist sehr wichtig und für jede Praxis unbedingt notwendig. Die Verpflichtung zum sensiblen Umgang mit Patientendaten ist jedoch nicht neu und bestand lange vor dem 25. Mai 2018.

Mir geht es in diesem Artikel lediglich darum, die verzerrte Risikobewertung zu thematisieren.

Aktuell wird in vielen Praxen verkrampft nach Problemen gesucht was dazu führt, dass der gesunde Menschenverstand vernachlässigt wird.

Nehmen wir als Beispiel zur Risikobewertung einmal die telefonische Terminvereinbarung. Hier werden die irrationalen Ängste der Praxen im Umgang mit der DSGVO sehr deutlich.

Eine häufige Frage, die uns von unseren Anwendern erreicht lautet: „Wie sollen wir uns verhalten, wenn der Patient anruft und wir ihn in das iie-System aufnahmen. Wir müssen doch sein schriftliches Einverständnis haben.“

Hier die Fakten:

  • Der Patient gibt sein telefonisches Einverständnis. Wir fragen ihn ja nach seiner Mail-Adresse und erklären ihm, dass der Termin über einen Service bestätigt wird. Der Patient gibt uns seine Mail-Adresse freiwillig, er wird nicht dazu gezwungen.
  • Beurteilt der Patient einen solchen Service als kritisch, wird er seine Mail-Adresse nicht mitteilen.
  • Der Patient erhält initial eine Mail. Hier wird er noch einmal auf den Service hingewiesen und kann seine Daten auf Wunsch jederzeit selbst löschen.

Zahlen, Daten und Fakten zur Risikobewertung

iie-systems bietet seinen Anwendern seit 2009 einen Service zur Patientenkommunikation, der auf Cloud-Technologie beruht. Mehr als 250 Kolleginnen und Kollegen nutzen derzeit unsere leistungsstarken Anwendungen und haben darüber bis heute mit 248.000 Neupatienten den Erstkontakt gestaltet.

74.385 dieser Patienten haben eine Bewertung zum Erstkontakt im Anamnesebogen abgegeben. Die Zahlen sprechen für sich. Keine erfolgreiche Praxis möchte mehr auf diesen Service verzichten.

In den 9 Jahren von 2009 bis heute sind über 2 Millionen Mail-Templates erfolgreich versendet worden.

Während dieser Zeit haben wir nur ein einziges Mal eine kritische Frage von einem Patienten erhalten.

Solche Zahlen zeigen eindeutig

  • dass die Risiken der Patientenkommunikation in der Vergangenheit nicht vorhanden waren
  • dass die Anwendungen von iie-systems durchdacht sind
  • dass Anwender und Patienten den Service schätzen.

Auf das gesamte Team von iie-systems ist Verlass. Selbstverständlich orientieren wir uns an der aktuellen Rechtsprechung und arbeiten mit bewährter neuester Technologie. Die Sicherheit der Daten und der sensible Umgang damit sind bei uns gewährleistet. Wir stehen jederzeit an der Seite unserer Anwender und beraten diese gern.

In meinem nächsten Beitrag werde ich mich mit der Risikobewertung zum Anamnesebogen auseinandersetzen. Hintergrund ist, dass ich hier völlig irrationale und schädliche Routinen beobachte, die sich in den Köpfen der Kollegen etabliert haben.

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