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Auch die Besten machen Fehler – Fehleinschätzungen haben Folgen

Fehleinschätzungen-Header

Heute möchte ich ein Beispiel für Fehleinschätzungen und deren Folgen beschreiben. Ein trauriges Beispiel für den Untergang eines erfolgreichen Unternehmens ist Nokia. Die Nokia Corporation entstand 1967 durch den Zusammenschluss der Nokia Company – der ursprünglichen Papierfabrik – mit den Finnish Rubber Works und den Finnish Cable Works.

Zum damaligen Zeitpunkt hatte das Management eine Vision, nämlich die, dass in der Telekommunikation ein erheblich größeres Potenzial liegt. Dieser Change führte dazu, dass sich Nokia zum erfolgreichsten Unternehmen im Bereich der Mobilfunkhersteller entwickelte und von 1998 bis 2011 weltgrößter Mobiltelefonhersteller war.

Man fühlte sich im Management offenbar sehr sicher und glaubte, dass Kunden mit dem Handy nichts anderes tun wollen als zu telefonieren. Aus Sicht von Nokia war eine solche Annahme ja durchaus auch korrekt. Rückwirkend hat diese Denkweise jedoch den Untergang des Unternehmens besiegelt. Nokia war (zu) erfolgreich und nicht in der Lage, notwendige Veränderungen einzuleiten.

Was passiert ist, möchte ich anhand der Veränderungsformel beschreiben (vgl. dazu auch Blog-Beitrag „Veränderungsmotivation mathematisch beschrieben“)

Veränderungsformel2a

U: Unzufriedenheit / Leidensdruck

Bei einem Gewinn von 7,2 Mrd. Euro in 2007 war ein Leidensdruck überhaupt nicht vorhanden.

Z: Ziel / Vision

Als Marktführer fühlte man sich bereits als Visionär. Wer sollte Nokias Visionen in Frage stellen?

W: (gangbarer) Weg

Der Weg schien allen klar zu sein. Jeder Mensch auf der Erde möchte telefonieren – und zwar mobil. Daher brauchte man Nokia Mobiltelefone.

K: Kosten / Energie

Eine solche Denkweise führte dazu, dass man sich nicht weiter anstrengen wollte und keine Kosten und Energie in die neuen mobilen Touchphones, in Internetservice, Fototechnologie etc. investierte.

Wie die Geschichte ausgegangen ist, wissen wir alle.

Apple hingegen hat das Potenzial frühzeitig erkannt und das mobile Telefon anders gesehen. Steve Jobs hat Produkte entwickelt, die jeder gerne haben wollte, die es aber zum damaligen Zeitpunkt nicht gab. Mit dem I-Phone hat Apple einen ganz neuen Weg beschritten.

Steve Jobs wurde, als er das I-Phone präsentierte belächelt und bekämpft. Das Management von Nokia war sich sicher (Routine), dass Kunden mit dem Handy ausschließlich telefonieren wollen.

Steve Jobs hat das einmal sehr treffend beschrieben: „Ich wusste gar nicht, dass Kunden mit ihrem Handy nur telefonieren wollten. Ich war der Meinung, dass Kunden auch Musik hören wollen, Bilder machen möchten etc. Daher habe ich einfach das I-Phone entwickelt.“

Leider erlebe ich eine Einstellung, wie Nokia sie seinerzeit hatte, auch bei vielen erfolgreichen Praxen. Man ist hier der Meinung, dass Kunden (Patienten) ausschließlich eine gute medizinische Dienstleistung erwarten. Patientenservice ist nice to have, aber nicht so wichtig.  Das ist im Grunde alles nur Marketing, das man nicht braucht.

Das ist eine äußerst gefährliche Denkweise und genau der Grund dafür, dass wir von iie-systems unsere Kunden rechtzeitig wachrütteln möchten.

Wer sich heute mit seinem Unternehmen Praxis nicht in Richtung Internet weiter entwickelt, tut dies auf eigene Gefahr!

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