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Die Macht des Unterbewusstseins

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Als Unterbewusstsein bezeichnet man den Bereich der menschlichen Psyche, die dem Bewusstsein nicht direkt zugänglich ist. Im Volksmund spricht man auch vom „inneren Schweinehund“, Bauchgefühl oder Intuition.

Unser Unterbewusstsein steuert unser Verhalten und unsere Gefühls- und Körperreaktionen, auch dann, wenn wir uns dessen nicht bewusst sind. Bemerkenswert ist, dass die Inhalte (also die bewusste Wahrnehmung) im Unterbewusstsein vorbereitet werden. Das wir diese Prozesse selbst nicht bemerken liegt daran, dass das Bewusstsein gegenüber dem Unterbewusstsein blind ist (vgl. Behrens/Neumaier 2004, S. 6). 99 % der Gehirnprozesse finden im Unterbewusstsein statt. Lediglich die Endprodukte der unterbewussten Prozesse erreichen das Bewusstsein.

Auch der Neurobiologe Gerhard Roth kommt zu dem Schluss, dass bewusste Entscheidungen eindeutig unterbewusst vorbereitet werden. Wir glauben, Entscheidungen bewusst zu treffen. In Wirklichkeit aber trifft das Unterbewusstsein diese, lange, ehe wir uns der Entscheidung bewusst sind. Nachträglich versuchen wir, alles mit dem Verstand zu erklären, also zu verrationalisieren und sind überzeugt, dass wir bewusst entschieden haben.

Jeder bewussten Entscheidung geht immer eine unterbewusste Entscheidung voraus!

Um den evolutionären Sinn zu erkennen, muss man ziemlich weit zurückgehen. Mehr als 650 Millionen Jahre brauchte die Evolution, um die anfangs sehr simplen Nervensysteme in der Tierwelt – etwa bei Quallen und Seeanemonen – zu dem weiter zu entwickeln, was das menschliche Gehirn heute ausmacht.

Bei allen äußeren Unterschieden ist der Aufbau bei vielen Spezies gleich, wenn auch natürlich different entwickelt. Unser menschliches Gehirn ist ein hierarchisch geordnetes Gebilde, in dem alle Teile miteinander vernetzt sind. Der älteste Teil des Gehirns – der Hirnstamm – steuert alle lebenserhaltenden Funktionen wie Herzschlag und Atmung. Das Kleinhirn koordiniert die Bewegung. Als Vermittler zum und vom Großhirn fungiert das Zwischenhirn. Hier liegen emotionale Bewertungszentren (limbisches System), die für die unterbewussten Entscheidungen wichtig sind.

Das limbische System ist die Supermacht im Kopf.

Der evolutionsgeschichtlich jüngste Teil des Gehirns ist das Großhirn (Cortex). Hier ist das Bewusstsein lokalisiert. Alle einzelnen Gehirnbereiche sind neuronal miteinander verschaltet und haben Wechselwirkungen.

In jeder Sekunde werden 11 Millionen Bit Informationen von den Sinnesorganen an das Gehirn gesendet. Davon gelangen nur 40 Bit, also 0,0004 %, in das Bewusstsein. (vgl. Häusel 2004a, S. 84).

Das ist ein Beweis dafür, dass das Bewusstsein lediglich das Ergebnis des im Unterbewusstsein stattfindenden Selektionsprozesses von Informationen darstellt.

Hier noch ein spannender Fakt zum Energieverbrauch bei der Informationsverarbeitung.

Das Gehirn macht nur 2 % des Gesamtkörpergewichtes aus. Es verbraucht jedoch bei intensiver geistiger Anstrengung 20 % der gesamten Energie, die dem Körper zur Verfügung steht. (vgl. Häusel 2004a, S. 82)

Dies könnte ein Grund dafür sein, warum viele Menschen nicht so gerne denken und lernen. Texte sind immer im Großhirn orientiert. Das Gehirn versucht, Denken und Lesen zu vermeiden, da dafür sehr viel Energie verbraucht wird.

Abschließend noch einige Weisheiten zum Thema Denken:

„Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich so wenige Leute damit beschäftigen.“ (Henry Ford, amerikanischer Industrieller)

„Handeln ist leicht, Denken schwer, nach dem Gedanken handeln unbequem.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

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  1. Buchempfehlung: „Das pyramidale Prinzip 2.0“

    Wir sind die Basis einer Pyramide!
    Wir sorgen als Produzenten, Konsumenten, als Kunden und Patienten, als Klienten und als potentielle Delinquenten, für den sich beschleunigenden Strom der Waren, Finanzen und Daten, im Stoffwechsel eines ‚pyramidalen‘ Organismus. Nachdem wir das Ertragsnutzenkalkül eines besinnungslosen Fortschritts im Wachstum verinnerlicht haben, empfinden wir den Raub der Selbstbestimmung und Identität nicht mehr als Verlust. Auf die atomare Einheit der Existenz reduziert, reihen wir uns ein, in die weltweiten Ströme der dynamischen Massen. Dabei steht die Isolation im Nahfeld der Beziehungen, in einem krassen Gegensatz zur Identifikation mit einem globalen Bewußtsein. Über die Instrumentalisierung religiöser Bedürfnisse, werden die Menschen zur Opferung der eigenen Identität gerufen, und zum Dienst für einen allumfassenden Welt-Ethos vorbereitet
    Wer sich nicht von Verschwörungstheorien verwirren lassen will, dem hebt sich mit dem Buch: „Das pyramidale Prinzip 2.0“ von Franz Sternbald, der Schleier, und gewährt dem Leser einen unverstellten Blick auf das Wesen des Willens zur Macht! Gleichzeitig ist es ein leidenschaftliches Plädoyer für einen aufgeklärten Glauben, der sich, nach Kierkegaard, auch dem fundamentalen Zweifel stellen muß, sowie die Rettung der Würde des Individuums, gegen die kollektive Vereinnahmung, und seiner Zurichtung für die Zwecke eines globalen Marktes. Hier wird der Versuch unternommen, das Bewußtsein von einem Erlösungsbedürfnis aus der ‚Selbstentzweiung’ des Willens in der Natur zu erklären, und die Selbstentfremdung des Menschen aus seiner ‚Seinsvergessenheit’. Dem überzeugten Christen verschafft die Beschäftigung mit der Analyse des Willens zur Macht von Schopenhauer, über Nietzsche bis Heidegger, ein freieres Auge. Deren Aktualität steht nicht im Widerspruch zu einer christlichen Deutung der Weltgeschichte, sondern liefert vielmehr deren Bestätigung. L.G. Sternbald

    https://www.franz-sternbald.com/

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